Die Gesundheit des Holländischen Schäferhundes



Spongiöse Degeneration mit cerebellärer Ataxie Typ 1 und Typ 2 (SDCA1 + SDCA2)

Zum ersten Mal von dieser Erkrankung gehört habe ich 2012, als der C- Wurf meiner Freundin Mareike Wollschläger "unter schwarzer Flagge" fiel und einige der Welpen aufgrund von neurologischer Ausfallerscheinungen und schmerzhaften Anfällen, welche man noch nicht näher einordnen konnte, eingeschläfert werden mussten. Nur Mareikes Hartnäckigkeit und Leidensfähigkeit ist es zu verdanken, dass diese (hinter vorgehaltener Hand wohl schon lange bekannte Problematik beim Malinois) endlich beschrieben, diagnostiziert und auch getestet werden konnte.

Es gab zwar Vermutungen, dass auch der Holländische Schäferhund von dieser Erbkrankheit betroffen sein könnte (da ja Belgier und Holländer eng verwandt sind und in einigen der Holländer- Linien auch X- Mechelaar, bzw. X- Herder mit eingekreuzt wurden), jedoch gab es offiziell keine Fälle, wo Welpen von dieser Krankheit betroffen waren.

2018 jedoch gab es in Frankreich den ersten Wurf, welcher die bereits für den belgischen Schäferhund beschriebene Problematik und Symptomatik zeigte und das französische Labor testete positiv.

Nun lief natürlich mein Hirn heiss, da Jiga ja Französin ist und ich einen begründeten Verdacht hatte, dass sie auch Träger für eine oder zwei dieser Ataxie- Formen sein könnte.

Da ja ein Gentest nicht für jede Rasse gleich angewendet werden kann, da er falsch negative oder falsch positive Ergebnisse bringen kann, übte ich mich in Geduld und wartete ab, bis der HSCD in Kooperation mit dem französischen Labor und Laboklin (wo das EDTA- Blut unserer Hunde eingelagert ist) die Validierung des Tests für den Holländischen Schäferhund erreichen konnte.

Am gleichen Tag ging mein Auftrag, das Blut von Jiga und Semtex zu untersuchen, an den RZV raus.

Das Ergebnis besagt, dass Jiga Träger für die 2. Form der SDCA  ist und frei von der ersten Form.

Der Erbgang ist autosomal- rezessiv.

Nun stellte sich für mich die Frage, was die Konsequenz daraus sein wird.

Als der Gentes für die DM für den Holländischen Schäferhund validiert wurde, war eine Kategorisierung von einigen Labors im Umlauf, dass ein freier Hund ein extrem geringes Risiko hätte zu erkranken, ein Trägerhund ein geringes Risiko und ein betroffener Hund ein hohes Risiko, diese Erkrankung zu bekommen.

Nun ist ja für mich ein GERINGES Risiko nicht KEIN Risiko und wenn ein Trägerhund ein höheres Risiko hätte zu erkranken als ein freier Hund, wäre es keine Option für mich, einen Träger in die Zucht zu bringen oder mit ihm/ ihr weiterzuzüchten.

Meine Recherche hat jedoch ergeben, dass diese Risiko- Beschreibungen ein klein wenig überholt waren.

Es gibt von diesen Ataxie- Formen nicht nur die, die bereits bekannt sind und auf die man auch testen kann. Daher kann ein freier Hund oder ein Träger natürlich trotzdem an einer der anderen Formen erkranken, unabhängig davon, ob er frei oder Träger für die getesteten ist.

Träger sind und bleiben gesund!

Wenn man einen Träger mit einem freien Hund verpaart, können freie Hunde und Träger in einem Wurf fallen, jedoch keine betroffenen Hunde.

Trotzdem sollte man mit dem Einsatz von Trägern in der Zucht umsichtig umgehen, denn je mehr Träger in einer Popluation vorhanden sind, desto schwieriger wird es natürlich auch, freie Partner für diese zu finden!


Der Auftrag, das Blut unseres geplanten Deckrüden für den B- Wurf untersuchen zu lassen ging heute früh an das Labor, wir werden Jiga und Django dann, wenn das Testergebnis dies zulässt, wie geplant im Herbst verpaaren.